Die nächsten Veranstaltungen sind:

Thomas Dürmeier
Der industriell-politische Komplex

Das Wohlergehen der Konzerne wird zur Staatsräson

Ist es inzwischen schon so, dass Staat und Großkonzerne eine Zweckgemeinschaft zum gegenseitigen Nutzen bilden und dass die Politik keine Entscheidungen mehr gegen zentrale Interessen der Konzerne trifft? Beispiel gefällig? Mitten im Abgas-Betrugsskandal verdoppelt VW seinen Nettogewinn 2017 auf 11,4 Mrd. €, mit staatlicher Unterstützung. Und wenn großes Geld und große Politik derartig zusammengewachsen sind, bedeutet das zugleich eine völlige Untergrabung demokratischer Prozesse? Was können wir als Bürger dagegen unternehmen?

Grafik Dr. Thomas Dürmeier ist diplomierter Volkswirt, Kampaigner von Goliathwatch und sitzt in dessen Vorstand. Er lebt und arbeitet in Hamburg (zur Homepage von GoliathWatch).


Donnerstag, 23. Mai 2019, 19.30 Uhr
in der Aula der Goetheschule, Deichstraße 39

Moderation: Eberhard Pfleiderer
veranstaltet von Literatur und Politik e. V.


Werkstattgespräch und Diskussion

Prof. Dr. Michael Simon
Kerstin Bringmann

Das Geschäft mit der Krankheit

Wie unsere Krankenhäuser krank gemacht wurden und wie sie wieder gesund werden könnten.

Zu wenig Personal, abgewiesene Patienten, geschlossene Stationen, zu wenig Geld für notwendige Investitionen, Klinikinsolvenzen … Unsere Krankenhäuser leiden Not. Den privaten Klinikbetreibern geht es dagegen gut. So machte allein die Schweizer Ameos Gruppe mit ihren Kliniken in Deutschland 2017 einen Gewinn von 825 Millionen Euro. Versteuert wurde er zum Billigtarif in der Schweiz. Während das Geschäft mit der Gesundheit blüht, geht es den kommunalen Krankenhäusern schlecht.

Das sind mögliche Fragen, die wir im Rahmen dieser Veranstaltung in Form eines Werkstattgespräches bearbeiten wollen.

Unsere Referenten und Gesprächspartner:

Portrait Simon Prof. Dr. Michael Simon, ist Hochschullehrer im Ruhestand und lehrte bis 2016 an der Hochschule Hannover mit den Arbeitsschwerpunkten Gesundheitssystem und Gesundheitspolitik. Er ist Autor des Standardwerkes „Das deutsche Gesundheitswesen“, das bereits in der 6. Auflage erschienen ist. Weitere Buchveröffentlichungen befassen sich u.a. mit der Gesundheitspolitik und dem Personalabbau im Pflegedienst der Krankenhäuser. Außerdem hat er zahlreiche Beiträge in Fachzeitschriften veröffentlicht. An dem Sammelband „Geld im Krankenhaus – Eine kritische Bestandsaufnahme des DRG-Systems“ ist er als Autor und Herausgeber beteiligt. Das Buch ist Ende März 2019 erschienen.

Grafik Kerstin Bringmann, ist als Gewerkschaftssekretärin bei ver.di im Bereich Bremen und Bremerhaven u.a. zuständig für Gesundheit und Soziales. Zu ihren Aufgaben gehört die Beratung von Betriebsräten – z.B. im Klinikum Bremerhaven Reinkenheide. Aus Tarifverhandlungen kennt sie auch den Klinikbetreiber Ameos. Kerstin Bringmann hat ihre Sachkompetenz bereits in die Diskussion im Anschluss an unsere Vorführung des Films „Der marktgerechte Patient“ am 27. Februar 2019 eingebracht.

Donnerstag, 13. Juni 2019, 19.00 Uhr,
in der Aula der Goetheschule, Deichstraße 39

Moderation: Ingo Mittrowann
Veranstalter: Literatur und Politik e.V.

Für die Vorbereitung und Durchführung dieser Veranstaltung würden wir gerne mit Menschen ins Gespräch kommen, die aus ihrem Erfahrungsschatz – als Mitarbeiter*in oder als Patient*in eines Krankenhauses – zu der inhaltlichen Ausgestaltung beitragen können und wollen. Wer uns Informationen zukommen lassen möchte, kann das unter der folgenden Emailadresse tun: krankenhaus5@web.de . Wir können auf diesem Wege gegebenenfalls auch einen Termin für einen direkten Austausch verabreden.

Lesung und Diskussion

Walter Mülich
Karl Salomon:

Linientreu von West nach Ost. Vom „Roten Steuermann” in Bremerhaven zum Staatssekretär in der DDR

Die Biographie verfolgt den Weg eines überzeugten Kommunisten von West nach Ost: Karl Salomon (1896 - 1977). Der „Rote Steuermann“ Salomon lebte von 1919 bis 1945 in Bremerhaven und verbrachte in der Zeit des Nationalsozialismus fast zehn Jahre in Haft. Nach seiner Befreiung aus dem KZ Sachsenhausen blieb er im Osten Deutschlands. Er war in vielen Funktionen tätig, bis 1958 sogar als Staatssekretär. Sein Aufstieg und sein Fall ist verbunden mit dem Leben und dem Wirken seines Freundes und Förderers, dem späteren Minister für Staatssicherheit Ernst Wollweber. Dabei eröffnen sich spannende Fragen: War Karl Salomon an Schiffsattentaten in den 1940er und 1950er Jahren beteiligt? Welche Kontakte zwischen Bremerhaven und der Ostsee, zwischen der alten Bundesrepublik und der DDR blieben aktiv? Walter Mülich findet überraschende Querverbindungen und zeichnet ein persönliches Bild des „linientreuen Parteigenossen“, der selbst schwere Haft und lebensbedrohende Repression erlebte, aber später in erschreckender Weise gleichfalls bereit war, „äußerste Härte“ zur Durchsetzung seiner politischen Vorstellungen zu akzeptieren und auch zu praktizieren.

Portrait Muelich Walter Mülich, Jahrgang 1950; Studium der Rechtswissenschaft, Universität Hamburg, Lehramtsstudium mit den Fächern Deutsch und Geographie, Universität Bremen; Dozent an der Hochschule Bremerhaven (Seerecht), schulische Tätigkeit als Studiendirektor und Didaktischer Leiter an der „Gesamtschule am Wällenberg“ in Hambergen; langjährige Arbeit als Ratsherr in der Gemeinde Lunestedt; Autor verschiedener Beiträge zu pädagogischen, geographischen und historischen Fragen; lebt in Dresden.


Dienstag, 3. September 2019, 19.00 Uhr,
in der Aula der Humboldtschule, Schillerstraße 87

Moderation: Eberhard Pfleiderer
Literatur und Politik e. V. und der Förderverein der Humboldtschule

Eintritt: 8 €, ermäßigt 6 €

10. Literarischer Herbst 2019

Ursula Krechel
Geisterbahn

Roman 2018

Der Roman „Geisterbahn“ von Ursula Krechel erzählt die Geschichte einer deutschen Familie, der Dorns. Als Sinti sind sie infolge der mörderischen Politik des NS-Regimes organisierter Willkür ausgesetzt: Sterilisation, Verschleppung, Zwangsarbeit. Am Ende des Krieges, das weitgehend bruchlos in den Anfang der Bundesrepublik übergeht, haben sie den Großteil ihrer Familie, ihre Existenzgrundlage, jedes Vertrauen in Nachbarn und Institutionen verloren. Anna, das jüngste der Kinder, sitzt mit den Kindern anderer Eltern in einer Klasse. Wer wie überlebt hat, aus Zufall oder durch Geschick, danach fragt keiner. Sie teilen vieles, nur nicht die Geister der Vergangenheit.

Mit großer Kunstfertigkeit und sprachlicher Eleganz erzählt Ursula Krechel davon, wie sich Geschichte in den Brüchen und Verheerungen spiegelt, die den Lebensgeschichten einzelner eingeschrieben sind. Auf einzigartige Weise schafft sie eine atmosphärische Dichte, in der vermeintlich Vergangenes auf bewegende und bedrängende Weise gegenwärtig wird.

Grafik Ursula Krechel geboren in Trier, lebt heute in Berlin. 2009 wurde sie mit dem Jeanette Schocken Preis – Bremerhavener Bürgerpreis für Literatur – ausgezeichnet.


Donnerstag, 14. November 2019, 19 Uhr
in der Stadtbibliothek Bremerhaven, Bgm.-Smidt-Str. 10

Moderation: Gertrud Wiehler

Literatur und Politik e. V. in Kooperation mit der Stadtbibliothek Bremerhaven

Eintritt: 8 €, ermäßigt 6 €

Die letzten Veranstaltungen waren:

Lesung und Diskussion

Mehmet Gürcan Daimagüler
Empörung reicht nicht!

Unser Staat hat versagt. Jetzt sind wir dran.

Der NSU-Prozess gehört zu den wichtigsten Verfahren der deutschen Nachkriegsgeschichte. Das Urteil ist gesprochen. Doch was ist es wert, wenn die Hintergründe der Mordserie nicht lückenlos aufgeklärt werden?

M. Daimagüler analysiert die Rolle der deutschen Behörden bei der Entstehung der Neonazi-Szene. Er belegt Versäumnisse des Sicherheitsapparates und weist nach, wie sehr das Denken staatlicher Institutionen bei den Morden der NSU rassistisch geprägt war. Mit seinem Plädoyer richtet sich Daimagüler an uns alle: Die Frage, wie wir miteinander leben wollen, wie Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft verhandelt wird.

Grafik Mehmet Gürcan Daimagüler, 1968 in Siegen als Kind türkischer Arbeiter geboren, ist promovierter Rechtsanwalt, Kolumnist und Buchautor.
Er ist einer der bekanntesten Opferanwälte in Deutschland vor allem NSU und NS-Verbrechen betreffend.

2011 erschien sein Buch KEIN SCHÖNES LAND IN DIESER ZEIT, ein schonungslos offener Beitrag zur Identitätsdebatte. 2017 erschien sein Buch zum NSU-Prozess EMPÖRUNG REICHT NICHT im Lübbe Verlag.


Donnerstag, 7. März 2019, 19.00 Uhr,
in den Räumen von DIALOG Verein für gleiche Rechte, Hansastraße 2a

Moderation: Ulla Büchler (Literatur und Politik) und Kamil Gürsoy (DIALOG)
veranstaltet in Kooperation von DIALOG Verein für gleiche Rechte und Literatur und Politik e. V.


Filmvorführung und Diskussion

Der marktgerechte Patient

– „In der Krankenhausfabrik“

Grafik Seit der Umstellung der Krankenhausfinanzierung auf sogenannte Fallpauschalen steht für deutsche Kliniken nicht mehr der kranke Mensch, sondern der Erlös aus seiner Behandlung im Vordergrund. Der Film deckt die gefährlichen Auswirkungen dieser Ökonomisierung auf Patient*innen und Klinikbeschäftigte auf. Auch die Krankenhäuser in Bremerhaven werden unter dem neoliberalen Marktimperativ immer stärker gezwungen wie kapitalistische Unternehmen zu funktionieren.


Nach der Vorführung um 18:00 Uhr informiert Kerstin Bringmann über das Konzept und das Verhalten von AMEOS Bremerhaven – mit anschließender Diskussion.
(Die Vorstellung um 20:30 Uhr ist eine normale Kinovorstellung.)
 

Grafik

Kerstin Bringmann ist Gewerkschaftssekretärin von ver.di für den Bezirk Bremen-Nordniedersachsen.

Mittwoch, 27.02.2019, 18.00 Uhr,
Ort: CINEMOTION BREMERHAVEN, Karlsburg 1, 27568 Bremerhaven
Eintritt: 5 €

Moderation: Ingo Mittrowann (Literatur und Politik)
gemeinsame Veranstalter: Kommunales Kino Bremerhaven e.V.(KoKI), Verein „Literatur und Politik e.V.“, und ver.di Ortsverein Bremerhaven

Markus Beckedahl
Wissen, Macht und Bürgerrechte

Digitale Gesellschaft gestalten

Die Digitalisierung unseres Lebens schreitet immer weiter voran: Ob Smart Home, Gesundheitsdaten, Autoversicherung oder digitale Selbstoptimierung in sozialen Netzwerken, die Digitalisierung ist in (fast) allen Lebensbereichen angekommen. Der Blogger, Aktivist und Journalist Markus Beckedahl erzählt von Konflikten aus Bereichen wie IT-Sicherheit, Urheberrecht und Infrastruktur, die uns als Bürger/innen unmittelbar betreffen. Dabei geht es um die Kernfragen, welche Grenzen der einzelne Mensch noch ziehen kann und wie wir unsere netzpolitischen Bürger/innenrechte politisch durchsetzen können.

Grafik Markus Beckedahl ist netzpolitischer Aktivist und Journalist aus Berlin. Er wurde vor allem als Chefredakteur des von ihm 2002 gegründeten Blogs Netzpolitik.org bekannt, in dem Themen der Informationsgesellschaft behandelt werden und der 2014 mit dem Grimme-Online-Award ausgezeichnet wurde. Beckedahl ist für die von ihm mitbegründete Konferenz re:publica mitverantwortlich, eine Konferenz zu Themen der digitalen Gesellschaft und sozialen Medien.


Mittwoch, 20.02.2019, 19.30 Uhr,
in der Volkshochschule Bremerhaven

Moderation: Julia Steffen (Volkshochschule) und Eberhard Pfleiderer (Literatur und Politik e.V.)
Veranstalter: Verein „Literatur und Politik e.V.“ in Kooperation mit der Volkshochschule Bremerhaven

Prof. Dr. Rainer Mausfeld
Neue Wege des Demokratiemanagements

Wie sich Machtverhältnisse unsichtbar machen lassen

Geht das überhaupt ? Einer der es wissen musste, weil er sehr erfolgreich in dem Geschäft tätig war, meinte dazu: „Die bewusste und zielgerichtete Manipulation der Verhaltensweisen und Einstellungen der Massen ist ein wesentlicher Bestandteil demokratischer Gesellschaften.“ (Edward Bernays: Propaganda, US-Erstausgabe 1928, zitiert nach der deutschen Ausgabe von 2014, S. 19) Wie das funktioniert, kann wohl kaum jemand fundierter und besser erklären als Prof. Dr. Rainer Mausfeld.

Grafik Prof. Dr. Rainer Mausfeld ist seit 1993 Professor für allgemeine Psychologie an der Christian- Albrechts-Universität-Kiel (inzwischen im Unruhestand). Er wurde 2004 zum Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina gewählt. Sein wissenschaftlicher Schwerpunkt ist die Wahrnehmungs- und Kognitionsforschung. Er hat aber u.a. auch zu Folter und der Verantwortlichkeit von Wissenschaftlern gearbeitet. Als interessierter Bürger behandelt er „nebenbei“ politische Themen.


Mittwoch, den 21. November 2018, 19.30 Uhr ,
Aula der Humboldtschule, Schillerstr. 87

Moderation Manfred Kandsorra und Ingo Mittrowann
Die Veranstaltung wird in Kooperation mit dem Förderverein der Humboldtschule, der Buchhandlung Hübener und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft durchgeführt.

Benny Haerlin
So'n Schiet!

Die industrielle und konventionelle Agrarwirtschaft und die Alternativen dazu

Manchmal laufen die Güllebehälter der Milchbauern im Cuxland fast über und die braune Brühe muss dringend auf die Felder.

Aber es geht nicht nur um den Gestank …

Die Folgen der Intensiv-Landwirtschaft:
Gefährdung von Trink- und Grundwasser, Vergiftung von Flüssen und Böden, Massensterben bei Vögeln und Insekten. Drei Viertel aller Insekten sollen inzwischen verschwunden sein, Glyphosat sei Dank.

Die Großagrarier-Lobby sieht darin kein Problem.
Wie groß ist inzwischen ihr Einfluss? Dabei gibt es viele lebensfreundliche Alternativen für eine ökologisch und sozial nachhaltige Landwirtschaft!

Grafik Benny Haerlin engagiert sich für eine radikale Wende in der Landwirtschaft, u.a. beim Bündnis „Meine Landwirtschaft“. Er war NGO-Vertreter für den Weltagrarbericht und leitet die europäische Initiative „Save our Seeds“ (SOS).


© Uwe Steinert

Donnerstag, 15.11.18., 19.30 Uhr,
Aula der Goetheschule, Deichstr.39

Moderation: Eberhard Pfleiderer
Veranstalter: „Literatur und Politik e.V.“ in Kooperation mit BUND, NABU und GEW

Stephan Lessenich
Neben uns die Sintflut

Die Auslagerung von Armut, sozialen Kosten und Umweltproblemen

Wer zahlt den Preis für unseren Wohlstand? Vielen Menschen hierzulande geht es recht gut, weil es den meisten Menschen anderswo schlecht geht! Wir lagern systematisch Armut und Ungerechtigkeit aus, im kleinen wie im großen Maßstab. Und wir alle verdrängen unseren Anteil an dieser Praxis. Prof. Lessenich untersucht die Abhängigkeits- und Ausbeutungsverhältnisse in der globalisierten Wirtschaft: Es profitieren eben nicht alle irgendwie von den „freien Märkten“. Und: Jeder von uns ist ein politisch mitverantwortlicher Akteur in diesem Nullsummenspiel, dessen Verlierer jetzt an unsere Türen klopfen.

Grafik Stephan Lessenich, 1965 in Stuttgart geboren, lehrt am Institut für Soziologie der Universität München und war Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Soziologie.


Donnerstag, 25.10.2018, 19.30 Uhr,
Ella-Kappenberg-Saal der VHS Bremerhaven

Moderation: Werner Begoihn
Veranstalter: Verein „Literatur und Politik e.V.“ in Kooperation mit der Volkshochschule Bremerhaven

9. Literarischer Herbst 2018

Anja Kampmann
Wie hoch die Wasser steigen

Auf einer Ölplattform vor der nordafrikanischen Küste verliert der Bohrarbeiter Wenzel Groszak in einer stürmischen Nacht seinen einzigen Freund und seinen letzten Halt. Mit einem alten Pick-up und einer Brieftaube tritt er eine Odyssee quer durch Europa an. Wenzels Reise führt schließlich ins Ruhrgebiet, in die ehemaligen Arbeitersiedlungen von Bottrop, wo er aufgewachsen ist. Seine Fahrt wird zu einer Suche nach seiner eigenen Vergangenheit, Identität und Heimat in verunsichernden Zeiten der Globalisierung.

Sehr poetisch und bildreich erzählt die Leipziger Lyrikerin Anja Kampmann vom Versuch, aus der rauen Ölbohrwelt ins eigene Leben zurückzufinden.

Grafik Anja Kampmann wurde 1983 geboren und lebt in Leipzig. Für ihren Roman „Wie hoch die Wasser steigen“ ist sie 2018 für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert worden


© Juliane Henrich

Dienstag, 23.10.2018, 19.00 Uhr
Stadtbibliothek Bremerhaven, Bürgermeister-Smidt-Str.10, Hanse-Carré, 2. OG

Moderation: Jutta Schmidt vom Verein „Literatur und Politik e.V.“
Eintritt: 8,00 €, ermäßigt: 6,00 €

9. Literarischer Herbst 2018

Ingo Schulze
Peter Holtz

Peter Holtz will das Glück für alle. Schon als Kind praktiziert er die Abschaffung des Geldes, erfindet den Punk aus dem Geist des Arbeiterliedes und bekehrt sich zum Christentum. Als CDU-Mitglied (Ost) kämpft er für eine christlich-kommunistische Demokratie. Doch er wundert sich: Der Lauf der Welt widerspricht aller Logik. Seine Selbstlosigkeit belohnt die Marktwirtschaft mit Reichtum. Hat er sich für das Falsche eingesetzt? Oder für das Richtige, aber auf dem falschen Weg? Und vor allem: Wie wird er das Geld mit Anstand wieder los? Peter Holtz nimmt die Verheißungen des Kapitalismus beim Wort. Mit Witz und Poesie lässt Ingo Schulze eine Figur entstehen, wie es sie noch nie gab, wie wir sie aber heute brauchen: in Zeiten, in denen die Welt sich auf den Kopf stellt.

Grafik Ingo Schulze wurde 1962 in Dresden geboren und lebt in Berlin. Sein Roman „Peter Holtz“ stand 2017 auf der Longlist des Deutschen Buchpreises.


Montag, 22.10.2018, 19.00 Uhr
Stadtbibliothek Bremerhaven, Bürgermeister-Smidt-Str.10, Hanse-Carré, 2. OG

Moderation: Christiane Sundermeyer vom Verein „Literatur und Politik e.V.“
Eintritt: 8,00 €, ermäßigt: 6,00 €

Prof. Dr. Peter Lemke
Was ist denn bitte eine „Heißzeit“?

Zur aktuellen Verschärfung der Diskussion über den Klimawandel

„Alles vertrocknet und braun, was eigentlich grün sein sollte“, meldete Astronaut Alexander Gerst im August von der Raumstation ISS. Wie weit ist der Klimawandel inzwischen fortgeschritten? Ist die aktuelle Warnung des „Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung“ (PIK) vor einer „Heißzeit“ Alarmismus? Welche Extremwetterlagen und andere überraschungen werden wir in nächster Zeit erleben, auch in Bremerhaven? Und was haben wir von der Weltklimakonferenz im Dezember in Polen zu erwarten?

Grafik Prof. Dr. Peter Lemke ist seit 2001 Professor für Physik von Atmosphäre und Ozean an der Universität Bremen. Und seit 2009 steht er der Klimainitiative REKLIM (Regionale Klimaänderungen) vor. Lemke hat an allen bisherigen Sachstandsberichten des Weltklimarates (IPCC) mitgearbeitet. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) hat ihn 2016 als Leitautor für den sechsten Umweltlagebericht (Global Environmental Outlook, GEO-6) berufen.


Donnerstag, 27.9., 19.30 h
Wegener-Haus des AWI, Am Alten Hafen 26, Hörsaal D

Moderation: Eberhard Pfleiderer
Veranstalter: Verein „Literatur und Politik e.V.“ in Kooperation mit dem AWI Bremerhaven

Zu Marx' 200. Geburtstag:
Antonella Muzzupappa, Ullrich Thiemann:
Was hätte Karl Marx uns heute zu sagen?

Ein öffentlicher Dialog

Karl Marx gehört zu den bedeutendsten Denkern des 19. Jahrhunderts. Kaum eine Persönlichkeit aus dieser Zeit ist heute noch so bekannt, aber auch so umstritten und missverstanden. In einem öffentlichen Dialog überlegen und streiten die Referent/innen darüber, wie weit Marx´ Analysen zum Verständnis der heutigen Gesellschaft und Wirtschaft taugen, ob seine Ideen uns helfen können, die Entwicklungen und Krisen von heute besser zu verstehen und zu Zukunftsperspektiven zu gelangen. Dabei werden die Diskutanten einen Bogen von Marx´ Frühschriften bis zum „Kapital“ schlagen. Der zweite Teil der Veranstaltung gehört dem offenen Gespräch mit dem Publikum.

Grafik

Dr. Antonella Muzzupappa ist Referentin für politische Ökonomie bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Berlin.

Ullrich Thiemann war langjähriger Vorsitzender der „Philosophischen Gesellschaft“ Bremerhaven und Philosophielehrer.


Mittwoch, 18.04.2018 um 19.00 Uhr
VHS Bremerhaven, Ella-Kappenberg-Saal, Lloydstr. 15
Eintritt: frei

Moderation: Jutta Redlich und Eberhard Pfleiderer
Veranstalter: Volkshochschule Bremerhaven in Kooperation mit „Literatur und Politik e.V.“