Bremerhaven

Literatur und Politik e.V.
c/o Wolfgang Richter
Apelerweg 17
27574 Bremerhaven

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Da gegenwärtig Präsenzveranstaltungen nicht möglich sind, haben wir uns entschlossen, das Konferenztool Zoom zu verwenden, um Veranstaltungen online durchzuführen. Die bisher von uns online durchgeführten Veranstaltungen wurden gut angenommen.

Wenn Sie sich mit einer E-Mail anmelden, erhalten Sie zunächst eine Bestätigung und kurz vor dem Termin einen Link, mit dem Sie teilnehmen können. Auf Wunsch führen wir auch einen Testlauf durch.

Die nächsten Online-Veranstaltungen sind:

Dr. Manfred Ernst
„Bürgerbeteiligung in Bremerhaven – Wie können wir unser Leben in unserer Stadt wirksam(er) gestalten?”

In Bremerhaven ist viel los. Innenstadtentwicklung, neue Quartiere, Verkehrswende, Wohnen und Arbeiten. Da sind die BürgerInnen in irgendeiner Art und Weise immer betroffen. Aber werden sie auch beteiligt? Wie können wir uns als BürgerIn dieser Stadt einmischen, wenn es um Fragen von Wohnen, Leben, Arbeiten, Verkehr, Klima, Kultur und Konsum geht?

Herr Dr. Ernst wird uns die rechtlichen Möglichkeiten in Erinnerung bringen, die Stadtverfassung und Ortsgesetz den BürgerInnen anbieten und er wird aus seinen vielfältigen Erfahrungen berichten.

Wir wollen dann Möglichkeiten, Chancen und Grenzen sowie Erfahrungen diskutieren.

Dazu laden wir alle Interessierte und insbesondere die BürgerInnen Bremerhavens zum Erfahrungsaustausch und zur Diskussion ein, die sich bereits aktiv in Bremerhavener Bürgerdialogen engagieren oder engagiert haben – wie Sprecher und Mitglieder in Stadtteilkonferenzen, in Quartieren und Zukunftswerkstätten, aber auch in Kommunalpolitik und in Vereinen oder als Einzelpersonen.

Zum Schluss wollen wir der Frage nachgehen, ob mehr Teilhabe und Demokratieverstärkung durch (kommunlae) Bürgerräte möglich sein könnten und welche Voraussetzungen dazu in Bremerhaven geschaffen werden müssten. Aber vielleicht wird das auch erst Thema einer weiteren Veranstaltung in Sachen Bürgerbeteiligung.

Bild von Dr. Ernst Dr. Manfred Ernst arbeitete über 40 Jahre als Anwalt in Bremerhaven, u. a. mit den Schwerpunkten Wirtschafts- und Baurecht sowie Verwaltungsrecht. Privat ist er ein versierter Kenner der Bremerhavener Geschichte, zu der er mehrere Bücher veröffentlicht hat. Er beteiligt sich aktiv am kulturellen und politischen Leben der Stadt.


Donnerstag, 24.Juni 2021, 19.00 Uhr als ZOOM-Konferenz

Anmeldung mit E-Mail an werner.begoihn[at]t-online.de ([at] durch @ ersetzen)

Veranstaltungen in „Quarantäne“:

Die wegen des Corona-Virus abgesagten Veranstaltungen sollen nach Möglichkeit nachgeholt werden. Sobald ein neuer Termin feststeht, werden sie mit dem neuen Termin bei den nächsten Veranstaltungen angekündigt.

wegen der Ansteckungsgefahr mit dem Corona-Virus abgesagt


Vortrag und Diskussion

Prof. Dr. Ralf Ptak
„Neoliberalismus“

Was ist das eigentlich? Wer oder was steckt dahinter ?

Spätestens mit der Agenda 2010 wurde 2003 in Deutschland ein tiefgreifender Wechsel der Wirtschafts- und Sozialpolitik abgeschlossen, der in der Ära Kohl seinen Anfang nahm. Ähnliche Veränderungen fanden seit den 1970er Jahren weltweit statt, ob in Chile, den USA oder Großbritannien.

Die neue Ausrichtung staatlichen Handelns ist gekennzeichnet durch massiven Sozialabbau (Rentenkürzungen, Hartz IV, Niedriglöhne, …), die Umwandlung von Einrichtungen der Daseinsvorsorge (Krankenhäuser, Pflegeheime …) in gewinnorientierte Wirtschaftsunternehmen, die Privatisierung staatlicher Einrichtungen… Diese Entwicklung wird häufig mit dem Begriff des „Neoliberalismus” charakterisiert. Dabei handelt es sich keineswegs um ein politisches Schlagwort, sondern u.a. um eine wirtschaftswissenschaftliche Theorie, die in den 1930er Jahren begründet wurde und seit den 1970er Jahren zunehmend an politischem Einfluss gewann.

Wie kam es dazu? Wessen Interessen wurden hier wie umgesetzt? Was haben wir in Zukunft noch zu erwarten?

Diesen und weiteren Fragen zum Thema wird Prof. Dr. Ptak in seinem Vortrag nachgehen und sich anschließend der Diskussion stellen.

Bild von Prof. Dr. Ralf Ptak Prof. Dr. Ralf Ptak ist habilitierter Wirtschaftswissenschaftler. Er hat über den deutschen Neoliberalismus und die Konzeption der Sozialen Marktwirtschaft promoviert und lehrt an der Universität Köln im Bereich der Ökonomischen Bildung. R. Ptak ist u.a. Mitglied der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik (Memorandum-Gruppe) und des Wissenschaftlichen Beirats von Attac Deutschland.


Ursprünglich vorgesehener Termin: Donnerstag, 7. Mai 2020, 19.30 Uhr, Aula der Goetheschule, Deichstr. 39

Moderation: Ingo Mittrowann
veranstaltet von Literatur und Politik e. V. in Kooperation mit der GEW

Die letzten Veranstaltungen waren:

Prof. Dr. Rudolf Hickel
„Virus trifft Kapitalismus“

Transformation zur nachhaltigen und sozialgerechten Wirtschaft

Die gegen die Corona-Pandemie gerichteten Lockdown-Maßnahmen haben die Wirtschaft und Gesellschaft massiv belastet. Staatlich gezielte Finanzhilfen für die unverschuldet in die Krise geratenen Unternehmen sowie die sozial Betroffenen wurden erforderlich.

Die Corona-Krise hat jedoch über die neuen unmittelbaren Schäden hinaus die seit Jahren aufgestauten Strukturprobleme, aber auch die Fehler einer viel zu marktgläubigen Politik offengelegt.

Dabei ist die Corona-Pandemie nicht von außen hereingebrochen. Es ist die profitwirtschaftliche Inlandnahme im Zuge der Globalisierung, durch die die zuvor abgeschotteten Lebensräume von Tieren als Viren-Wirte geöffnet worden sind.

Jetzt gilt es, die Lehren für einen ökonomisch, sozial und ökologisch verantwortlichen Neustart zu ziehen.

Das bedeutet: Globalisierung gestalten und lokale Wirtschaft stärken; das Gesundheitssystem als öffentliches Gut der Daseinsvorsorge sichern; den demokratisch fundierten und handlungsfähigen Staat forcieren; Staatsschulden sinnvoll einsetzen; mittelfristige Finanzierung der Corona-Kosten durch Einbezug der Vermögenden; vor allem aber ökologischer Um- und Ausbau für künftige Generationen. Leitlinie ist die Wiederentdeckung von Solidarität gegen die alten und neuen Formen der ökonomischen Ausbeutung von Mensch und Natur.

Bild von Prof. Dr. Rudolf Hickel Prof. Dr. Rudolf Hickel ist Professor für Finanzwissenschaft, Gründer des Instituts Arbeit und Wirtschaft (IAW), Mitherausgeber der „Blätter für deutsche und internationale Politik“, Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat von Attac, Träger der Bremer Senatsmedaille für Wissenschaft und Kunst.

Links zu Texten von Prof. Hickel zur Corona-Krise.


Die Veranstaltung fand am Dienstag, 15. Juni 2021, 19.00 Uhr als ZOOM-Konferenz statt.


Lisa Tschink
„Verkehrswende! – Abschied von der Autostadt Bremerhaven!
Wir brauchen nachhaltige und bürgernahe Mobilitätskonzepte für Bremerhaven.”

Bremerhaven hat Großes vor. Innenstadtentwicklung. Neue Wohn- und Arbeits-Quartiere. Die Klimastadt Bremerhaven soll nicht nur eine Absichtsbekundung bleiben.

Verkehrswegeplanung, Radwegeplanung, Gleiswegeplanung in den Häfen durch bremenports. Viele Ideen, aber reicht das? Sind wir auf dem „richtigen“ Weg? Welche Verkehrskonzepte brauchen wir als regionales Oberzentrum mit vielen Pendlern und immer mehr Touristen? Wie können wir klimafreundliche Mobilität gestalten? Wie Verkehrslärm reduzieren oder vermeiden und damit Lebens- und Wohnqualität verbessern? Wie lässt sich bequeme und schnelle Mobilität in der Stadt, in der Innenstadt und ins Umland gestalten? Wie können die Wirtschaftslogistik und Arbeitswege so gelenkt und gestaltet werden, dass sie die Menschen möglichst wenig belasten?

Dies sind nur ein paar Fragen, deren Beantwortung wir ein Stück näher kommen wollen.

Zwei Fragen sind dabei zentral. Was muss wie schnell kommunal in Sachen Verkehr unternommen werden, um nachweislich bis spätestens 2045 „klimaneutral“ zu sein und bis 2030 Meilensteine dahin erreicht zu haben? Wie können wir dabei die Lebensqualität der Menschen in Bremerhaven nachhaltig verbessern?

Bild von Lisa Tschink Lisa Tschink ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin beim BUND Bremen für den Bereich Verkehr.


Foto: ©Birgit Wingrat

Die Veranstaltung fand am Dienstag, 8. Juni 2021, um 19.00 Uhr als ZOOM-Konferenz statt.


Isabel Zeumer und Kay Krause
„... als rote Blechlaterne ...“

Zum hundertsten Geburtstag von Wolfgang Borchert

Wolfgang Borchert. 1921 geboren. 1947 gestorben. 26 Jahre Leben. Leben?

Wir kennen die prägenden Daten dieser Zeit. Wir kennen die furchtbaren Geschehnisse und Folgen für viele Millionen Menschen in Europa und weit darüber hinaus. Wolfgang Borchert war mittendrin.

„Draußen vor der Tür” hatte einen Tag nach seinem Tod in den Hamburger Kammerspielen Premiere. Eine heftige Anklage gegen den Krieg.

Aber Borchert greift in seinen Gedichten und Erzählungen nicht ausschließlich die traumatischen Kriegserlebnisse auf. Isabel Zeumer und Kay Krause vom Stadttheater Bremerhaven erinnern heute an einen Schriftsteller, der von ungeheurer Lust auf das Leben geprägt war, von einem tiefen Bedürfnis nach Menschlichkeit, nach Liebe. In der Textauswahl hören Sie ihn sowohl träumerisch und melancholisch, humorvoll und selbstverständlich auch verzweifelt und aufrüttelnd.

Bild von Isabel Zeumer Isabel Zeumer ist seit 2010 als Schauspielerin im Ensemble des Stadttheaters Bremerhaven engagiert.


Bild von Kay Krause Kay Krause lebt seit 1991 in Bremerhaven und ist seither als Schauspieler am Stadttheater Bremerhaven engagiert.


Die Veranstaltung fand am Freitag, 21. Mai 2021, 19.00 Uhr, als Web-Konferenz statt.

Anja Bierwirth
„Resiliente Post-Corona-Stadt“

Leerstände in der Bremerhavener Innenstadt, die Ausgestaltung des „Werftquartiers“ oder der Stadtteile wie Lehe und Wulsdorf, eine fahrradgerechte Verkehrspolitik, ein benutzerfreundlicher ÖPNV - wird die „Klimastadt Bremerhaven“ ihrem Anspruch einer zukunftsfähigen und krisenfesten Stadt gerecht?

Die Corona-Pandemie führt uns vor Augen, wie wichtig das unmittelbare Wohnumfeld ist. Den kommunalen Zusammenhalt und lokale Infrastrukturen zu stärken, macht unsere Städte krisenfester und nachhaltiger - auch für notwendige Transformationen im Zuge des Klimawandels.

Die zentrale These der Referentin lautet, Städte der Zukunft müssen und werden „näher”, „öffentlicher” und „agiler” sein. Dies wird sie anhand dieser drei Dimensionen konkretisieren und anhand von Beispielen erläutern.

Bild von Frau Bierwirth Anja Bierwirth ist Leiterin des Forschungsbereichs Stadtwandel, Energie-, Verkehrs- und Klimapolitik beim Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH.


Foto: ©Wuppertal Institut

Die Veranstaltung fand am Dienstag, 30. März 2021, 19:00 Uhr, als Web-Konferenz statt. Die Reporterin Maike Wessolowski verfasste dazu zwei Beiträge. Der Beitrag „Fünf Fragen, die sich Bremerhaven stellen muss”erschien am 1. April 2021 auf NORD|ERLESEN, der Artikel „Fünf Fragen für Bremerhaven" am 6. April 2021 in der Nordsee-Zeitung.

Moderation: Christiane Sundermeyer
veranstaltet von Literatur und Politik e. V.


Dr. Matthias Quent
„Deutschland rechts außen:
Wie die Rechten nach der Macht greifen und wie wir sie stoppen können“

Rechtsextreme Parteien verzeichnen wachsenden Zulauf – und sie gewinnen sogar Wahlen. Der Hass wächst, Medien, Wissenschaft und Zivilgesellschaft geraten unter Druck. Doch der Rechtsruck ist kein zufälliges Phänomen. Im Gegenteil: Die Rechtsradikalen arbeiten seit Jahrzehnten daran, ihre Pläne umzusetzen, aber Gesellschaft und Politik blieben weitgehend tatenlos. Wie es dazu kam und warum dennoch Hoffnung besteht, analysiert Matthias Quent. Der Rechtsextremismusforscher deckt faktenreich die Strategien und Ziele „der Rechten” auf, gibt Handlungsempfehlungen für den alltäglichen und politischen Umgang mit ihnen und zeigt, dass sich eine starke Demokratie nicht von rechten Populisten jagen lassen darf, sondern sie am besten rechts liegen lässt.

Bild von Dr. Matthias Quent Dr. Matthias Quent promovierte über die Zusammenhänge und Dynamiken der individuellen, gruppenbezogenen und gesellschaftlichen Einflüsse auf die Radikalisierung des rechtsterroristischen „Nationalsozialistischen Untergrunds” (NSU). Er war u.a. Sachverständiger für Untersuchungsausschüsse des Thüringer Landtags (2012 & 2017), des Deutschen Bundestags (2016) sowie im sächsischen Landtag (2017). Seit August 2016 leitet Quent das Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) der Amadeu Antonio Stiftung in Jena. Gegründet als Konsequenz aus dem NSU-Komplex, werden dort Ursachen und Erscheinungsformen von Diskriminierung, Hass, politischer Gewalt und Demokratiefeindlichkeit erforscht.


Foto: ©Sio Motion.

Die Veranstaltung fand am Dienstag, 23. März 2021, 19:00 Uhr als Web-Konferenz statt.

Moderation: Christiane Sundermeyer
veranstaltet von Literatur und Politik e. V.


Lesung

Karosh Taha
„Im Bauch der Königin“

Als junges Mädchen tut Amal etwas Unerhörtes: Sie verprügelt ihren Mitschüler Younes. Ihr Vater verteidigt ihr Verhalten und ermuntert sie, sich in der Welt zu behaupten. Trotzdem wird Amal fortan von allen gemieden. Und dann verlässt der Vater die Familie. Zuflucht findet Amal ausgerechnet bei Younes und seiner Mutter Shahira, die ebenfalls Außenseiter sind. Als sich die Situation Jahre später zuspitzt und der Streit mit der Clique um Raffiq eskaliert, flieht Amal nach Kurdistan und begibt sich auf die Suche nach ihrem Vater. .....

Karosh Taha zeigt in ihrem Roman, dass es nicht die eine Wahrheit gibt. Der Roman erzählt aus zwei unterschiedlichen Blickwinkeln in einer gelungenen Sprache vom Leben in einer kurdischen Community in Deutschland und über die Macht von gesellschaftlichen Erwartungen, über Weiblichkeit und die Suche nach Identität und regt dadurch überzeugend zum Nachdenken an.

»Mit ›[Im Bauch der Königin‹ liest man einen] hypnotischen, vieldeutigen, ebenso märchenhaft wie knallhart erzählten Roman«
Antje Deistler, DEUTSCHLANDFUNK

Bild von Karosh Taha Karosh Taha wurde 1987 in Zaxo geboren. Seit 1997 lebt sie im Ruhrgebiet. Ihr Debütroman „Beschreibung einer Krabbenwanderung“ erschien 2018 ebenfalls bei DuMont. Ausgezeichnet u.a. mit dem Hohenemser Literaturpreis.


Die Lesung fand am Mittwoch, 17. März 2021, 19.00 Uhr, als Web-Konferenz statt.


Moderation: Christiane Sundermeyer
veranstaltet von Literatur und Politik e. V.


Frederike Oberheim, Yette Strauss, Phil Hempel
„Fridays for Future und der Kampf gegen den Klimawandel“

Zunächst beleuchtet die bremische Aktivistin Frederike Oberheim in einem Impulsreferat die Entwicklung und die Ziele der Bewegung. Dann berichten die Bremerhavener Schüler*innen Yette Strauss und Phil Hempel von den Aktivitäten und Plänen von Fridays For Future Bremerhaven. Schließlich soll unter Einbeziehung des Publikums über die Potentiale dieser neuen Bewegung und die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit diskutiert werden.

Frederike mit Megafon


Foto: ©Benedict Neugebauer

Donnerstag, 13. Februar 2020, 19.30 Uhr
in der Aula der Goetheschule, Deichstraße 39

Moderation: Eberhard Pfleiderer
veranstaltet von Literatur und Politik e. V.